„Alle Künste lernt und treibt der Deutsche; zu jeder Zeit
Zeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift.

Eine Kunst nur treibt er, und will sie nicht lernen, die Dichtkunst,
Darum pfuscht er auch so, Freunde, wir habens erlebt.“

Venezianische Epigramme
Johann Wolfgang von Goethe

*

 EIGENE GEDICHTE
 


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Ras Mohammed
رأس محمد -

 

DAS KORALLENRIFF

Wütend branden die Wellen
gegen des Schöpfers Jahrmillionen - Werk.
Wild aufschäumend reiten sie mit Gischt auf ihren Kämmen,
ehe sie sanft schlürfend unterm Sonnenglast vergehn

Bitte auf Bild klicken!

Unberührt von all dem Wüten,
dem Tosen, Brausen, Zischen
lockt unter einer silbriggoldenen Meeresdecke
der Korallengärten Wunderbau.


Bette dich im wogenden Spiel der Wellen-
Wiege dich hin und her, her und hin!
Vergiss die Welt dort oben,
werde Teil dieses herrlichen Geschehens!



Tauche ein in des himmelblauen Domes Stille,
gespalten vom flirrend goldenen Sonnenstrahl!
Schwebe über dunkel blauendem Abgrund fliegend,
werde Jahrmillionen jung!


Ganz fern nur noch das donnernde Wüten,
Getöse, das hierher nicht findet seinen Weg .
Hier unten in der Tiefe herrscht Schweigen,
Stille die in eine andere Welt entrückt.


Im Korallengarten, der steinernen Kathedrale,
in Jahrmillionen gewachsen als wunderbar bizarrer Bau,
weiden ungezählte Scharen bunter Fische,
blühen Pflanzen in einer nie gesehnen Pracht.



Einsam und in geheimnisvoll geordneten Schwärmen,
ziehen nie gelehrte Fische achtlos an dir vorbei.
Starren ausdruckslos dich an aus dunklen Augen,
in ihrer bunten Vielfalt übertreffend alles bisher Gesehn



Aus des Meeres nachtschwarzer Tiefe,
schweben geheimnisvoll die Quallen
durchsichtig zarte Sphärenwesen,
im Blau des Meeres leuchtend ewiges Licht


Versinkend kann der Fremdling Tiefe atmen,
atmen einen Hauch Unendlichkeit
Kosten alle Heimlichkeit des Meeres,
lösen sich vom Alltagssein.



Heimkehren will ich,
am Ende meines Lebens,
verlöschen dort im Meer.



Meer du Urgrund allen Lebens
Meer du Mutter allen Seins.

***

 

Mythos Schwimmen


 

Über dem sonnendurchglänzten Meeresspiegel
wölbt der Himmel endlos sich im Blau.
Leise schlürfend locken sanfte Wellen,
verzaubert säuselnder Winde Sirenengesang

Komm, lass dich ein,
lass dich ein mit uns zu spielen!
Kehr zu uns zurück,
kehr zurück zum Ursprung allen Lebens!

Betört von der Stimmen Zauber,
löse ich mich von allen Fesseln
tauche ein in die geheimnisvollen Fluten,
werde Teil dieses mythischen Geschehns

Getragen nur vom goldurchstrahlten Grün und Blau,
das sich verliert in Hadals dunkler Nacht.
überlasse ich mich willig dem Spiel der Wellen,
Wellen, die mächtiger sind als ich.

Schwerelos gleit` ich an der Oberfläche,
werde eins mit Himmel, Meer und Licht,
bin eingebettet in Myriaden funkelnder Sterne,
die spurlos um mich versinken im Nichts

Rhythmisch durchpflügen die wasserglitzernden Arme
das den Leib umströmende kühle Nass,
ziehen hinter sich her Schwärme von Perlen,
die Beine entfesseln schäumenden Tumult.

Beim Eintauchen saust Wasser in den Ohren,
durchströmt Mund und Nase salzigklebriges Nass,
gurgelnd blubbert der verbrauchte Atem
in silberglänzenden Blasen an die Meeresdecke

Erschöpft vom langem Gleiten,
halt ich irgendwann ermattet inne,
blinzle durch leuchtende Wassertupfer auf den Wimpern
und sehe staunend, wie sich der Himmel im Meer verströmt

Hinreißend geheimnisvoll ist dieser Augenblick,
ein Augenblick der alles trägt.
Das Meer, wie schön ist seine scheinbar glatte Oberfläche,
die all das ausdrückt, was ich suche:

Stille – Weite – Einsamkeit

***
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Mittagsstille


In der gnadenlosen Mittagshitze
verlangsamt sich der Puls der Zeit.

Erbarmungslos unterdrückt der Sonne Strahlen
jede Regung, jeden Laut

Gleißende Helle löscht alle Schatten,
brennt sich die Hitze in den Sand

Unter Lidern wogen rotgelbe Nebel,
ertrinken die Augen in der Fülle des Lichts

Das Meer – wie schön es ist mit seiner scheinbar schlichten Oberfläche -
schläft ermattet in der ungeheuren Stille

Leise nur schlürfen Wellen an der Uferlinie,
um dann lautlos zu versickern im Sand
 

***
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 Gewitter
 

Unheildrohend  jagen dunkle Wolken 
durch des Himmels strahlende Hellen,
züngeln nieder in zerrissenen Fetzen
hinab zu des Meeres Wellen

Aufgeregt dem Unheil fliehen Vögel ,
vorbei am aufgetürmtem Schwarz und Grau,
der verlöschenden Sonne entgegen,
Rettung suchend im noch verbliebenen Blau.

Wellen springen auf, hoch peitscht die Gischt,
heulend treibt der Wind Sandböen vor sich her.
Vom schwarz verhangenen Himmelsgewölbe,
zackt schwefelgelb ein Blitz hinab ins Meer.

Mit des Donners fernem Grollen
löst sich ein wehendes Regenband.
Erste Regentropfen schlagen kleine Krater,
um dann zu versickern im noch heißen Sand.

Urplötzlich brechen alle Wolken,
stürzen strömeweis herab aufs Land,
lassen die Landschaft versinken,
hinter einer grauen Regenwand.

***
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EIN NEUER TAG


Asklepios-Klinik Schaufling
 

Reglos steh ich am Fenster,
vor mir die tiefschwarze Nacht
Nur schwach das flackernde Gelb der Lampen,
das die schweigenden Finsternis durchdringt

Schier endlos dehnen sich die Stunden,
Die Zeit, sie scheint still zu stehen –
Der leuchtende Tag lässt auf sich warten,
schwarz blühend herrscht die Nacht.

Nach langen quälenden Stunden,
am Horizont ein schwacher Dämmerschein.
Langsam lösen sich des Albtraums eis`ge Ränder
und tauen auf im sanften Schein

Dann das immer neue Wunder:
Die kalte Nacht endgültig verdrängend,
färbt die aus dem Dunkel aufsteigende Morgensonne
mit zartem Rot und Gold das dunkelblaue Firmament

Im maßlosen Licht des aufkommenden Morgens
ziehen  sich die schlimmen Träume,
unmerklich, wie gekommen,
in die Landschaft aus Stein zurück

Weit bin ich gereist im Dunkel,
schier verzweifelt und ohne Ruh.
Doch jetzt, hoffnungsvoll und strahlend,
beginnt ein neuer Tag für mich.


*
 
Un nuovo giorno

Immobile alla finestra
notte di pece di fronte a me.
Un fioco chiarore giallo
squarcia le silenziose tenebre

Tempo e spazio immobili all’infinito…
Il luminoso giorno si fa attendere -
nero fiorente regna la notte.
Quando mai finirà l’incubo?...


Dopo tormentosi ore senza fine
un tenue chiarore all`orizzonte.
Pian piano si sciolgono gli gelidi orli dell`incubo
nella luce dell’aurora


Ecco l’eterna meraviglia!
Sorge il sole dall’oscurità
che ha ingoiato la notte fredda.
Rosso e oro nel blu del firmamento

Nel splendore smisurato del mattino nascente
gli incubi peggiori si sciolgono
e silenziosamente come sono arrivati
si ritirano nel paesaggio di pietra

Ho girato il mondo nell` oscurità
quasi disperato e senza riposo.
Ma adesso, pieno di speranza e splendente
inizia un nuovo giorno per me.

***
 
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Sonnenaufgang auf der Rusel


 Dichte Nebelschwaden wallen über Tales Grund.
Bizarr ragen - obschon es bereits dämmert-
geheimnisvoll der Bäume schwarze Schatten,
als mystische Zeichen hinein ins Nachthimmelblau

Auch wenn der neue Tag bereits graut,
noch immer ist er seines strahlenden Lichtes beraubt.
Kein Windhauch regt sich,
über der Landschaft liegt schweigende Stille.

Dann das immer neue Wunder:
Die kalte Nacht endgültig verdrängend,
färbt die aus dem Dunkel aufsteigende Morgensonne,
mit zartem Rot und Gold das nachtblaue Firmament.

Im maßlosen Licht des aufkommenden Morgen,
zieht sich die Nacht ins Schattenreich zurück,
erlischt das Schweigen der nächtlichen Stille.

Federleicht durchstreicht Wind der Bäume Kronen,
deren Blätterschar geheimnisvoll säuselt und wispert.
Befreit schwingen sich Vögel hinauf ins Himmelszelt,
jubilieren über einen strahlend neuen Tag.

***
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HERBST - Abschied


Blauend bricht glasklar der Morgen
durch bereits gelichtetes Geäst,
lässt ein letztes Mal erstrahlen,
der Buche warmes Gelb - des Ahorns leuchtend Rot.

Schon überzieht des Herbst Atem
nasskalt der Blätter Farbenpracht,
lässt fröstelnd sie im Hauch erstarren,
auslöschend ihre leuchtend Glut

Heiser krächzen schwarze Vögel,
in Scharen versammelt in der Flur,
schwingen hinauf sich in des Himmels Weite,
Abschied verkündend  - Tod.

Gepeitscht von Regenschauern,
lösen sich die Blätter von den Ästen,
wirbeln ein letztes Mal  in Windes Bö,
um dann zu taumeln hinab ins kühle Grab.

Kahl klagen der Bäume Äste
in der Landschaft leergefegte Weite,
länger und länger werden die Schatten,
fahl nur noch flackert der Sonne Licht.

***
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Herbstregen


Regen fällt leise,
perlengeschmückt glänzen Zweige
zart im Nebelgrau

Im gelichteten Geäst des Baumes
wispern zitternd Blätter-
täuschen Leben vor

Doch schon blättert raschelnd,
rauer Wind im Laub ihr Grab

***
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HERBST

Abenddämmerung

Zarte Nebelschleier schweben über in Schatten tauchende Wiesen,
ein sich auflösender Himmel stimmt sich auf den Abend ein.

 Tiefe Strahlen vergolden ein letztes Mal der Bäume Gipfel,
ehe der Sonnenball rotglühend im Horizont versinkt.

Ein wundervoller Augenblick ist dies, voller Zauber,
doch kurz nur, einen bangen Herzschlag lang.

Kaum entzündet sind die Fackeln schon erloschen,
 ist die Farbenpracht verblasst.

Kälte kriecht herauf, benetzt mit Tau die Gräser,
leise noch raschelt herbstlich Laub.

Abenddämmerung senkt sich übers Land,

***

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WINTER  - Tuschezeichnungen

Über Nacht Winter
Natur zeichnet mit Tusche
Eisbilder im See

*

Improvvisamente inverno
Natura disegna a china
immagini di ghiaccio sul lago

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WINTER - NEBELTAGE

Durch Nebelschwaden
flackert fahl der Sonne Licht
Grau verhüllt den Tag

Blass das Sonnenrad
Nasse Nebelfetzen ziehen
Landschaft löst sich auf

***
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FRÜHLING - SEHNSUCHT

Noch fliehen Winde kalt und rau,
von der schneebedeckten Berge Gipfel,
lassen den See erstarren, gerillt und blau,
schaudernd erzittern der Bäume kahle Wipfel.

Wann endlich wehen laue Lüfte,
ergrünen im Tal die Bäume ?
Wann endlich verzaubern uns der Blumen Düfte,
erfüllen sich unsre Träume?

Die Sonne zaubert hinweg, was  uns bedrückt
und Myriaden Sternenblumen strahlen uns an.
Eine glitzernde Botschaft, die alle verzückt.
Frühling wird es bald- das ist kein leerer Wahn.

***
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LEBENSABEND

Erleuchteter Mond

durchzieht des Himmels Leere.

Leise verrinnt Zeit

***

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